Alex Pretti, Krankenpfleger, wird die Waffe genommen. Zwei vermummte – inzwischen suspendierte – ICE-Agenten richten ihn standrechtlich. Donald Trump muss eine unabhängige Untersuchung zur ICE-Tötung von Pretti zulassen. Unabhängig. Wirklich unabhängig. Allein das Wort wirkt in Washington schon provokant.
Der Fall ist politisch toxisch: Bundespolizei schiesst, Bundesbehörden ermitteln – gegen sich selbst. Videos widersprechen der offiziellen Version, lokale Ermittler werden ausgebremst, die Deutungshoheit bleibt beim Staat. Das Muster ist alt. Das Ergebnis absehbar.
Alle kennen die Wahrheit – oder?
Eine echte Untersuchung würde nicht nur klären, wer geschossen hat, sondern wer geschützt wird. Sie würde zeigen, ob Rechtsstaat auch dann gilt, wenn er unbequem wird – oder ob Macht automatisch Recht ersetzt.
Trump könnte Stärke beweisen. Tut er es nicht, beweist er etwas anderes: Dass Transparenz nur gilt, solange sie niemandem wehtut. Dass der härteste Staat am Ende oft der verlogenste ist.
Chracher meint:
Pretti hätte keine Waffe tragen dürfen. Das aber rechtfertigt keine Tötung.
Mut ist, die Wahrheit zuzulassen. Das ist kein Schuldeingeständnis. Trump, zeig mit der Wahrheit Grösse.
Dass Pretti kein Unschuldslamm war, rechtfertigt die Hinrichtung nicht, lässt aber zumindest Zweifel an seinem Märtyrerstatus zu, in den ihn Trump-Hasser heben.
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